Ausgabe 15.07.2010 vorherige | nächste

Trotz schwieriger Zeiten fließen finanzielle Zuschüsse nach Bad Krozingen:

Willkommen Ihr lieben Scheinchen!

Regierungspräsident Julian Würtenberger überreichte der Gemeinde Bad Krozingen sowie der Kur- und Bäder GmbH zwei Förderbescheide von Bund und Land in einer Gesamthöhe von rund 1,2 Millionen Euro. Die Investitionsgelder für teils recht dringende, energetische Baumaßnahmen sollen helfen, den Kurort wettbewerbsfähig zu halten. Die Freude bei Bürgermeister Ekkehart Meroth und Bäderchef Rolf Rubsamen über diesen „Sterntaler-Segen“ ist verständlicherweise groß. Die Gelder stammen aus den „himmlischen Töpfen“ Konjunkturpaket des Bundes und Nachhaltige Tourismusinfrastruktur des Landes Baden-Württemberg. Diese Finanzmittel werden sich über das Handwerk beispielsweise in Dämmschutzmaßnahmen und Schutzverglasungen an der „Vita Classica“ und am Kurhaus umsetzen.

Das Markgräfler Bürgerblatt freut sich mit der Kurgemeinde und erinnert an das schöne Gebrüder Grimm-Märchen „Sterntaler“, das mit der finanziellen Befindlichkeit von Bad Krozingen überhaupt nichts zu tun hat, sondern mit der kalten Jahreszeit:

Es war einmal ein kleines Mädchen, dem war Vater und Mutter gestorben, und es war arm, dass es kein Kämmerchen mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bettchen mehr, darin zu schlafen, und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiges Herz geschenkt hatte. Es war aber gut und fromm. Und weil es so von aller Welt verlassen war, ging es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld.

Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach: „Ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungrig.“ Es reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte: „Gott segne dir‘s“, und ging weiter. Da kam ein Kind, das jammerte und sprach: „Es friert mich so an meinem Kopfe, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann.“ Da tat es seine Mütze ab und gab sie ihm. Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte kein Leibchen and und fror; da gab es ihm seins; und noch weiter, da bat eins um ein Röcklein, das gab es auch von sich hin.

Endlich gelangte es in einen Wald. Es war schon dunkel geworden, da kam noch eins und bat um ein Hemdlein, und das fromme Mädchen dachte: „Es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weggeben“, und zog das Hemd ab und gab es auch noch hin. Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel und waren lauter harte blanke Taler; und ob es gleich sein Hemdlein weggegeben, so hatte es ein Neues an, und das war vom allerfeinsten Linnen .Da sammelte es sich die Taler hinein und war reich für sein Lebtag.

Klaus Amann Foto: Fotolia